Zu Beginn der Saison 2017 kam für mich der Wunsch nach neuen Ruten auf.

Bis dahin fischte ich entweder meine ProLogic XLNTs oder 2 Greys Prodigy SX in 12ft und 3lb. Letztere veräußerte ich aber im Herbst 2016 und schuf so Platz für etwas anderes.

Ich wollte mir nun ein paar weichere und leichtere Ruten anschaffen, die auch optisch etwas her machen sollten. Da ich schon länger Gefallen an klassichen Korkruten gefunden hatte, schaute ich mich in diesem Teilbereich um und fand die 2017 frisch auf dem Markt erschienene Anaconda Corky.

Diese machte mit ihrem schmalen, durchgängigem Korkgriff einen super Eindruck, sodass ich mich schnell für diese Rute mit einer Testkurve von 2,75 lb entschied.

Gedacht ist die Rute für kleinere bis mittlere Seen, wo ich keine Weitwurfrekorde aufstellen muss. In der vergangenen Saison 2017 war dies etwa in 75% aller Sessions der Fall. Entsprechend häufig nutzte ich meine neuen Ruten. Auf Basis der dabei gemachten Erfahrungen möchte ich nun die Ruten näher beschreiben.

Erscheinungsbild und Verarbeitung

Der Blank der Ruten ist relativ schlicht aufgebaut. Er weist nur im unmittelbaren Griffbereich einen auffälligeren Abschnitt auf, in dem der Produktname steht. Der Abschnitt ist mit einer Woven-Carbonmatte versehen und hat einen eingearbeiteten Lineclip. Die Rute ist mit einer 5+1 Zweistegberingung ausgestattet und hat einen 40er Startring. Der Ring an der Rutenspitze ist sehr wulstig gestaltet, sodass keine scharfen Kanten die Schnur beschädigen und Schlagschnurknoten ohne Probleme hindurchgleiten.

Der Korkgriff ist tatsächlich eine Augenweite. Direkt am Rollenhalter sind zwei kurze Abschnitte in etwas dunkler gehaltenem "Korkschnipsel", der Griffbereich ist mit hellen und sehr dünnen "Korkmatten" ausgestattet. Am Rutenende befindet sich eine einfarbige Rutenabschlusskappe aus Metall, ohne Gravur.

Meine Ruten sind beide sehr gut verarbeitet, man erkennt keine Schönheitsfehler oder ähnliches.

 

Wurf- und Drilleigenschaften

Entsprechend der Testkurve meiner Ruten sind leichtere Bleie bis etwa 90 Gramm ideal. Ich habe festgestellt, dass sie bei der Verwendung von 90gr Bleien und einem PVA-Stick so langsam an ihre Grenzen stößt. Mit 100gr lässt sie sich natürlich auch noch werfen, aber so richtig hart durchziehen bringt da dann weniger. Mit den erwähnten 90gr lässt sie sich aber sehr angenehm und zielgenau werfen. Ich konnte Weiten von über 75m sicher und ohne Gewaltanwendung erzielen. Bei Würfen über 90m ist aber so langsam Schluss.

Im Drill macht diese Rute echt viel Spaß! Sie hat eine fast durchgängige Aktion, ist aber kein Schwabbelstock. Man kann also genügend Druck auf die Fische ausüben. Gerade die kleineren Fische machen an solch weicheren Rute echt wieder Spaß.

Fazit

Dieser Kauf hat sich gelohnt! Die Ruten sehen schick aus, der Drill macht im Vergleich zum Weitwurfknüppel total Laune.

Ein einziger Schwachpunkt ist mir jedoch aufgefallen. Die bisher verwendeten Butt Grips am Rod Pod haben dem Korkgriff bereits leicht geschadet. Er ist an den Stellen leicht abgenutzt. Da die Korkauflage relativ dünn sein muss, habe ich mir nun verstellbare Auflagen geholt, um weiteren Abnutzungen vorzubeugen