In diesem Bericht möchte ich euch daher zum einen die Quattron Salsa von Quantum vorstellen, die ich in der vergangenen Saison durchweg gefischt habe und euch hier einen Langzeitbericht der Hauptschnur präsentieren. Im zweiten Teil des Berichts möchte ich euch an meiner aktuellen Entscheidungsfindung teilhaben lassen, denn auch für 2012 muss wieder eine neue Schnur beschafft werden.

 

Die Zeiten der guten alten Sufix Synergy sind vorbei, leider. Bis vor 2 Jahren fischte ich sie auf allen meinen Rollen, doch dann wurde die Schnur vom deutschen Markt genommen und ich stand da – ohne Schnur. Auch wenn sie mittlerweile wieder vermehrt zu finden ist, gab es sie zum gegeben Zeitpunkt kaum noch, so dass an einen Kauf zum damaligen Zeitpunkt nicht zu denken war.

Nun stellt sich also die Frage nach einer vernünftigen Hauptschnur, von der ich Folgendes erwarte:

 

  1. Sie muss sich gut werfen lassen! In der Saison 2011 beschränkte sich meine Angelei ausschließlich auf das Angeln ohne Boot und andere Hilfsmittel. Und auch in der nächsten Saison werde ich aller Voraussicht nach einen Großteil meiner Angelei ohne Boot bewältigen.
  2. Abriebfest sollte sie sein! Und da sind wir schon bei dem ersten Widerspruch, denn eigentlich heißt es ja, entweder abriebfest und dafür schön steif, oder weich um sich gut werfen zu lassen und dafür nicht so super abriebsfest. D.h. hier ist eine Kompromisslösung gesucht.
  3. Unauffälligkeit unter Wasser ist gefordert! Da nächstes Jahr ein Gewässer auf dem Plan steht, in dem Sichttiefen von 4-5m an der Tagesordnung sind, nützt mir ein schwarzes Seil recht wenig.
  4. Geringe Drallanfälligkeit wäre vom Vorteil! Gerade beim Auswerfen sind Perücken bekanntermaßen nicht gerade förderlich.

 

Das sind meine Anforderungen an eine vernünftige Schnur, die ich eigentlich schon seit einigen Jahren an meine Schnur stelle, wobei die Gewichtung der einzelnen Eigenschaften immer etwas variiert hat.

 

Testbericht Quattron Salsa

 

Zu Beginn der letzten Saison stand ich also schon mal vor der Entscheidung, mir eine neue Schnur suchen zu müssen. Damals entschied ich mich für die Quattron Salsa von Quantum. Sie ist eine Schnur, die laut Werbeversprechen eine hohe Abriebfestigkeit aufweißt und auf Grund der roten Einfärbung ab einer bestimmten Wassertiefe „unsichtbar“ werden soll. Auch der Preis für etwas mehr als 2000m 0,35mm Schnur pro Spule hielt sich in Grenzen, weshalb ich mich für diese Schnur entschied.

Nachdem ich die Schnur jetzt eine Saison gefischt habe, muss ich allerdings sagen, dass sie für meine Zwecke ungeeignet, wenn nicht sogar unbrauchbar ist!

 

Dies hat folgende Hauptgründe:

 

- die Schnur ist extrem anfällig, was die Belastung der Schnur beim Wurf betrifft.  Auf Grund der Beschleunigung beim Wurf werden die ersten Meter der Schnur beim Auswerfen stark gedehnt und belastet, vor allem wenn volle Pulle durchgezogen wird. Nach den ersten paar Würfen zeigten sich da allerdings schon die ersten Verschleißerscheinungen. Die Überdehnung der Schnur wurde nicht gut vertragen, wodurch die ersten Meter sehr stark verdrallten und die Schnur irgendwie „deformiert“ aussah. Vor allem in der Nähe des Bleis zeigten sich mitten in der Schnur eigenartige „Verkringelungen“. Als Folge des Dralls entstanden bei den nächsten Würfen immer wieder Perücken und die Schnur wickelte sich bei jedem neuen Beködern viel zu oft um die Rutenspitze. Schlussendlich konnte ich nach jeder Session die ersten paar Meter der Schnur entsorgen. Abhilfe schaffte später auch eine Schlagschnur, obwohl ich meine Angelei eigentlich ohne bestreiten wollte.

 

- Die Schnur ist extrem steif. Dazu muss gesagt werden, dass ich beim Benutzen leichter Hänger kaum Spannung auf der Schnur habe und ich die Schnur nach dem Einwerfen etwas absinken lasse (Slack Line). Dazu gebe ich nach dem Ablegen der Rute immer etwas Schnur. Und sobald du das gemacht hast, und einen Moment die Schnur nicht mit den Fingern unter Spannung gehalten hast, sprang die Schnur von der Rolle. Und das waren nicht nur 1 oder 2 Windungen sondern das war schnell mal 1 Meter oder auch mal etwas mehr.

 

- Ebenfalls negativ, was aber bei allen Schnüren mehr oder weniger anfällt ist die Veränderung der Schnur nach dem Zusammenziehen der Knoten. Auch hier hat mir die Quattron nicht sonderlich gut gefallen, da mir die Verformung am Knoten recht stark vorkam, wenn ich das mit der Sufix vergleiche.

 

Eine positive Seite gibt es aber trotz allem: Die Abriebfestigkeit ist wirklich super, da kann ich wirklich nicht klagen.

 

Eine Sache möchte ich zu dieser Schnur aber noch schreiben: In der Werbung wird versprochen, dass die Schnur unter Wasser unsichtbar wird. Das stimmt aber leider nur zum Teil. Es stimmt zwar, dass Rot die erste Farbe ist, dessen Wellenlänge vom Wasser absorbiert wird und somit nicht mehr als Rot zu erkennen ist. Es stimmt aber NICHT, dass die Schnur damit unsichtbar wird und einfach verschwindet. Sondern die Farbe ist dann nicht mehr als Rot erkennbar sondern als Schwarz. Das bedeutet, man fischt aus Sicht der Fische mit einer schwarzen Schnur, und das kann ich bei einem sehr klaren Gewässer überhaupt  nicht gebrauchen.

 

Diesem Gedankengang sollten übrigens alle mal folgen, die mit roten Pop Ups in Tiefen über 3-4m fischen. Dort fischt ihr dann de facto mit schwarzen Poppis, was natürlich auch funktionieren kann, aber vielleicht nicht wegen der roten Farbe an sich, sondern wegen anderen Faktoren ;)

Daher mein Fazit:

Für Leute, die ihre Montagen regelmäßig auf die Spots werfen, ist die Schnur meiner Meinung nach nicht geeignet, da sie einfach zu anfällig für Überdehnung ist und sich dadurch Effekte einstellen, die ich so nicht erwarte. Für Leute, die ihre Montagen aber mit dem Boot auslegen und eine abriebfeste Schnur suchen, wäre sie sicherlich eine Option.

 

Langzeittest Hauptschnur 2012

 

Da mir die Schnur nun nicht so wirklich passt, bin ich derzeit also auf der Suche nach einer neuen Schnur. Hierbei bin ich mittlerweile auf dem Trip angelangt, dass ich mir wahrscheinlich 2 Schnurtypen holen werde und meine beiden Rollensätze dann mit jeweils einem Typ bespule.

Folgende Schnurtypen habe ich ins Auge gefasst:

 

  1. Fluorocarbon: diese Schnur soll unter Wasser auf Grund des Brechungsfaktors wirklich unsichtbar werden und ist zudem zum Slack-Line-Fischen geeignet, da sie sehr schwer ist und gut absinkt. Auch besonders abriebsfest sollen die Fluorocarbon-Schnüre sein, dafür sollen sie sich nicht so gut werfen lassen. Bedeutet für mich, dass ich hier eine Schnur habe, mit der ich bis auf mittlere Distanzen in meinem klaren Gewässer gut zu recht kommen sollte. Für eine spezielle Schnur habe ich mich zwar noch nicht entschieden, habe aber schon einen Favoriten für mich ausgemacht.
  2. Nun brauche ich noch eine Schnur, die sich möglichst weit werfen lässt. Dabei kommt es mir weniger auf Sichtbarkeit unter Wasser an, sondern um die Geschmeidigkeit beim Wurf und darauf, dass sie die Beschleunigungsphase gut übersteht. Hier habe ich mich nach langem Hin und Her für die Ultima Power Carp XR entschieden. Die Beschreibung verspricht zwar auch hier den Himmel auf Erden, aber ich werde es einfach mal testen.

 

Ich werde diesen Bericht als einen Langzeittestbericht aufbauen. Das soll heißen, dass ich euch immer wieder über den aktuellen Stand bzgl. der Performance der Schnüre berichten werde.

 

 

 

Mittlerweile ist die Spule mit der Ultima Power Carp XR bei mir eingetroffen und befindet sich auch schon auf den Rollen. Meine ersten Endrücke und weitere Informationen erfahrt ihr hier.

 

 

Zur Fluorocarbon-Schnur ist es jedoch nicht gekommen, da sich im Laufe der Saison 2012 die Prioritäten auf andere Gewässer verschoben hatten, wo Flourocarbon keinen Sinn gemacht hätte.